Simplizissimus

Radikale Ideen ziehen radikale Folgen hinter sich her. Um allerdings etwas zu ändern, muss etwas derartiges in Kauf genommen werden. Häufig wird durch Neu-Schaffen mehr der Umfang eines ausgereiften Projektes getroffen, als durch ein hundertfach überarbeitetes Konzept. Viele Ideen und Innovationen flossen mit ein, viele Neuerungen wurden auf alte Paradigmen gestellt und fußen auf Ballast. Zudem gibt unser denkendes Organ niemals eine Idee auf. Wir behalten alles Alte und so werden auch Neuanfänge durch Vorhergehendes, vielleicht sehr positiv, beeinflusst.

Hier ist alles neu. Es wird noch unansehnlicher, vielleicht etwas einsam zeitweise und doch hoffentlich spannend oder hilfreich. Kommende Artikel sollen Themen behandeln, die mir auf dem Herzen liegen. Die Kategorien sollen helfen den Mist von Euch fern zu halten.

Um nicht einen Eintrag zu vergeuden und mitzuteilen, das ein weiterer Neustart des zwölf Milliardsten Blogs eine regelrechte Flutwelle an Blut durch das Herz des Betreibers presst, gibt es nun weitere Gedanken zur Einfachheit.

Einfach.

Wir kennen schon alles, wir haben alles gesehen. Was wir vergessen, ist, dass uns alles beeinflusst. Wir haben Dinge lieb gewonnen, die viel zu schwer für uns sind. Machen täglich Dinge, von denen niemand wirklich weiß, warum sie sich verhalten, wie wir es erleben. Doch Hinterfragen kostet sehr viel Zeit und noch mehr Nerven. Ich würde gerne aufbrechen zu den guten Leuten von Microsoft und klar und deutlich statuieren, dass es Zeit für einen Neuanfang ist. Scheint, als wäre das schon geschehen, zumindest wird dementsprechend agiert. Das Neue, das uns trifft, ist allerdings nicht simpler, sondern wird in diesem Beispiel wahrscheinlich noch umständlicher, als wir es schon gewohnt sind.

Andere Züge bespringt Apple. Hinter der langen Sehnsucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen und jeden Abkömmling Adams und Evas unter sich zu Sklaven zu machen, gibt es das langjährige Bestreben, Dinge simpler neu auszulegen. Grafiker, Künstler, was weiß ich, wie sich die Leute nennen, Menschen dort denken offenbar über Vereinfachung sehr stark nach. Das ist an sich gut. Über jene zerreiße ich mir später noch mal die Tastatur, im Moment geht es mir um Einfach.

Andere Menschen, die Ästhetik, inklusive ungesunder Obstfanatik, sind die Autoren von iA. Wie schon der Markenname suggeriert, halten es diese wiederum sehr knapp mit Komplexität. Was das Leben allerdings spannend macht, sind komplizierte Zusammenhänge. Niemand vermag das Wetter morgen vorauszusagen. Es lässt sich vieles offenbar vereinfachen, jedoch muss man im Hintergrund sehr komplexe Möglichkeiten außen vor lassen und das Wesentliche definieren. Mit diesen offenen Fragen, wie zum Beispiel, ob einem da etwas vorenthalten wurde, werde ich nun schließen. Gruß – denkt mit!

http://informationarchitects.net/blog/mountain-lions-new-file-system/

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Fotos über Fotos. Bilder über Bilder, Dateien, Speicherplatz, Übertragungs- und Lade- Geschwindigkeiten. Fotos zu machen ist keine einfache Sache. Wenn man erst einmal angefangen hat, so sitzt man fest. All sein Bildmaterial herumliegen zu lassen ist einfach schade, aber das Sichten dauert unmenschlich lange.

Ich finde es allerdings immer wieder erstaunlich wie viel man mit Bildern alles machen kann (und siehe unten auch schon unglaublich lange konnte). Bearbeitung gehört schon immer zur Fotografie.

Der Grund für diesen Artikel ist einfach: Ich habe noch gute tausend Bilder auf Speicherkarten, die auf Beachtung warten. Und ich will aufzeigen, dass man das als Neuling, oder als Betrachter nicht vergessen darf. Bilder ab einem gewissen Niveau sind Gesamtkunstwerke. Dahinter steht ein langer Prozess.

Ich widme mich dann mal wieder meinen Ladebalken. Ihr dürft gespannt sein.

Emotionale Fotografie

Ich bin klein.

Ich bin ein Mensch in einer Welt, die so groß ist, dass man sich in ganz ganz ganz kleinen Gruppen bewegen muss um gesehen zu werden. Aber trotz allem können kleine Menschen Dinge erreichen oder Werke vollbringen, die Andere berühren. Zumeist bleiben solche Talente still und heimlich in ihrem Umfeld und andere bekommen kaum etwas mit. Genau wie im folgenden Fall.

Meine Fotografie ist eine Mischung aus Bericht, Retrospektive, Erinnerung und kreativer Betätigung. Die meisten Bilder haben keine mir bekannten Menschen darauf. Der eigentliche Sinn für mich hinter der Abbildung von Licht ist die Emotion und der Moment. Wenn ich es einmal vollbringe, dass jemand auch nur eine Kleinigkeit fühlt, ist das für mich ein gelungenes, ein perfektes Foto.

Es gibt allerdings wenige Menschen (trotz unglaublich vieler Fotografen, und darunter unheimlich viele Gute!), die „emotionale“ Bilder schaffen. Eine dieser Wenigen wurde nun „gefunden“. Überzeugt euch selbst:

Diese Geschichte berührt mich wirklich. Und diese Frau, die sich zwar nicht versteckt hat, aber wirklich nur für sich Bilder angefertigt hat ist für mich ein Vorbild.

post scriptum: Es gibt einen Vivian Maier gewidmeten Blog.

Radfahren pur

Wenn „normale“ Menschen von Radfahren reden meinen sie das, was passiert, wenn jemand auf ein Metallkonstrukt aufsteigt, die dafür vorgesehenen Fußpedale tritt und sich somit fortbewegt.

Wer sich allerdings mit einigen meiner Artikel beschäftigt hat, weiß, dass ich in dieser Hinsicht etwas anders denke.
Radfahren ist nicht nur Fortbewegung.
Nicht die umweltfreundliche Alternative.

Radfahren ist das Gefühl, das wir alle als Kind hatten, wenn wir einfach raus wollten und auf unser kleines Rad gestiegen sind, ein paar Freunde rausgeläutet haben und gemeinsam ohne Ziel rumgefahren sind.

Jeder, der im Kindesalter radfahren gelernt hat, weiß was ich meine.

Einige Menschen haben sich diesen Spaß am puren Fahren behalten.
Radfahren ist, außer für manche Roadies (Rennrad-Straßen oder Marathon Fahrer) eigentlich Gruppensache. Und in solche Gruppen gehört fast zwangsweise ein Fotograf. Sollte es diesen nicht geben, wird irgendwann jemand draufkommen, dass er mit Dad’s Kamera ein Video drehen könnte, Einer sein Handy benutzen könnte, oder die analogen Kameras der Großeltern wiederverwenden.

Diese Beifahrer sind sehr eigen. Zumeist sind das nicht die, die am Berg die schnellsten Zeiten hinlegen, nicht diejenigen, die die waghalsigsten Tricks am bmx oder auf den Trails schmeißen, sondern eher die, die schon vorfahren mussten, um das schönere Licht zu haben, und 3 Blitze präparieren mussten, um alles so zu haben, wie es sein muss. Ich reden von Perfektionismus.

In meiner Umgebung war ich dieser Fahrer mit Rucksack, der irgendwann (allerdings über Umwege/Urlaube) nur noch alles mal kurz austesten musste, um dann DIE Bilder, die einem selbst gefallen zu schießen. Gelungen? Das ist es kaum einmal. Aber Spaß hatte ich – oh ja! Und jetzt nach etwa 1 1/2 Jahren beginnen mir meine Bilder selbst zu gefallen, und das ist ein total neues Gefühl, wenn aus der Kamera nicht nur noch 1 von 100 Bildern sondern zwischen 5 und 10 oder gar 20 brauchbar sind! Ich denke wer so weit kommt, hört nicht mehr auf. Selbstzufriedenheit is das Wichtigste, und Spaß daran!

Aber! Selbst nachdem ich mehr auf das Fahren vergessen habe, und immer mehr hinter den perfekten Bildern und Momenten nachgejagt bin, habe ich keineswegs auf das Radfahren vergessen! Ich habe seit ich mein bmx schmerzenden Herzens verkauft habe ein Fixie aufgebaut. Dieses Projekt hat mich erstmal zufrieden gestellt. Und als es fertig war; das war eine Fahrt!!!

Mrs. Anonym, derzeit in Barcelona hat dort ihre Radliebe durch eine Art Citybikes (Bicing) entdeckt. Fahrräder, die man sich ausborgen kann, für die die erste halbe-/ Stunde gratis ist (je nach Stadt). Einfach so durch die Straßen zu gleiten ist ein unbeschreibliches Gefühl. Versuchts doch mal!

Über Menschen

Menschen sind doch sehr interessant.

Vor allem, weil wir welche sind. Wenn man die Geschichte der Menschheit zurückverfolgt, so zeigt sich einem ein immer wiederkehrender Rythmus auf. Periodische Abstürze soweit das Auge reicht. Nicht nur Bankenwesen, sondern auch Kriege, Nahrungsknappheiten und und und…

Es zeigt sich, dass der Mensch willig bereit steht immer wieder die selben Fehler zu machen! Möglicherweise halten uns nur extreme Ausnahmesituationen zusammen.

Die Generation Internet lebt genüsslich für sich allein. Es gibt kaum noch Werte, das Zusammenleben wir immer reibungsvoller. Erziehung, die Mutter Natur als Mittel für die Erhaltung von Leben einführt, wird hin- und hergeschoben (und letztenedes meist ausgelassen), Menschen laufen auf Konfronationen wo es nur geht.

Ich habe in den letzten Tagen bemerkt, was ein paar nette Worte und etwas Aufmerksamkeit alles anrichten können.
Wir hoch stolzes Volk, dass ja nichts als Askese braucht, würden uns insgeheim so nach etwas Anerkennung sehnen. Leider ist das natürlich unter den Jungen nicht cool oder in, wie auch immer das inzwischen heißt. Unter Älteren wirkt man freilich schwach, wenn jemand gelobt wird; man will unter Verwendung aller Mittel seine Position behalten.

Wenn sich jeder ein paar Menschen aussucht, die er mag und diesen hin und wieder mal etwas Gutes tut, wie schön könnte es werden! Wenn es also einen Sinn gibt in Neujahrsvorsätzen, dann vielleicht den, dass man Ziel eines Solchen wird. Wer würde sich nicht freuen, wenn er von Jemandem ausgesucht wird und sich jemand uneigennützig um dich kümmert!

Frohe Nächstenliebe,

ein Jahr lang.

Große Waffen, kleine Hirne

Kim Jong II, Diktator Nordkoreas drohte am 29.11.10 mit einem Vergeltungsschlag, inklusive der Machtdemonstration, er hätte hunderte Zentrifugen am Laufen.

Diese Zentrifugen, wie inzwischen einem Jeden bekannt sein dürfte, sind zu Urananreicherung. Man gewinnt aus der Erde nur das „falsche“ Isotop von Uran, und muss diesen sehr stark verunreinigten Stoff erst mühsam und energieaufwändig anreichern, um aus den ca 0,001% gewonnen spaltbaren Uran auch 3%-iges für Atomreaktoren zu gewinnen.

Warum die USA und viele andere Nationen so besorgt in den Iran blinzeln ist, weil 3% angereichertes Uran an sich für Atomenergie-gewinnung reichen. Höhere Prozentsätze braucht man eigentlich nur für die Waffe.
Und damit stellt sich die Frage, warum auch der Iran neuerdings tausende Zentrifugen baut.

Diese Informationen entspringen übrigends von Herrn Univ. Prof. Dr. Mag. Kromp, Mitglied des Beirates für Sicherheitsfragen (und studierter Phyisker, der weltweit Atomanlagen untersucht, betreut und sich darum sorgt).

Allgemeine Probleme mit der Atomkraft sind wohl bekannt. Dass allerdings auch zukünftige Kraftwerke schon von vornherein derart große Probleme haben werden war mir neu. Von den etwa 144 Kraftwerken sind gerade mal 2, die noch in Bau sind, Kraftwerke der Generation 3. Im Moment gibt es fast ausschließlich Generation 2 Reaktoren (altbekannte leichtwasser-Kraftwerke). Diese sind veraltet und im Schnitt 23 Jahre alt. Ausgelegt wurden sie auf 40 Jahre, was viele schon erreicht/überschritten haben. Generation 3 ist ein System, das etwas anders funktioniert, jedoch noch keine großartige Besserung. Generation 4, von der man eigentlich noch träumt würde mit Plutonium (bisher unerwünschtes Nebenprodukt) also ohne Anreicherung von Uran funktionieren.

Das Problem dabei: Die Stoffe, die dabei benötigt werden sind für die Umwelt in ca 4 Millionen Jahren unbedenklich. Noch schlimmer wäre/ist es mit dem „Schnellen Brüter“. Dabei wird ein in Kraftwerken aufgetretener Effekt ausgenützt, und über diesen die Energie gewonnen. Diese Maschinen sind allerdings so unkontrollierbar, dass sie mit flüssigem Metall gekühlt werden (Natrium) müssen. Sollte also in einem solchen Reaktor nur die kleinste Kleinigkeit passieren, käme zum Beispiel Wasser dazu, Verbindet sich jenes mit Natrium und was dabei passiert steht in jedem Chemiebuch – keine angenehme Angelegenheit.

Laut Dr. Komp ist also die Zukunft von Atomkraft eigentlich schon besiegelt, wenn man sich nicht noch immer weiter in Gefahrengebiete vorwagt, von denen man schon jetzt weiß, dass sie wesentlich zu instabil sind.

Warum man dennoch gern auch heute noch mit dem Bau von Atomanlagen beginnt ist klar. Waffen hatten schon immer große Anziehungskraft.

Ich freue mich im Moment sehr über den gefallenen Schnee, und wünsche frohe Weihnachten;

Auf dass wir keinen nukelaren Winter erleben.

Atmen

Atmen ist eine hoch unterschätzte Kunst!

Wer mich jetzt schon im Vornherein als Esoteriker abstempelt sollte vielleicht wissen, dass ich, wenn überhaupt eher in Richtung konservativ/snob gehe, als „so“ zu sein.

Dennoch gibt es im Leben Momente an denen jede Musik, sie sie noch so gut, jeder andere Reiz zu viel des Guten wäre. An denen man sich einfach auf die Suche nach dem Moment begeben sollte, an dem man sieht, was man hat; vielleicht was man will oder braucht, was man sich wünscht und wovon man genug hat.

Ich habe immer wieder Phasen an denen ich meine sonst so allgegenwertigen Kopfhörer mal bewusst zu Hause lasse und einfach schnurlos durch die Straßen wandle. Tage, an denen ich nach draußen gehe und mich freue, dass es regnet, vielleicht schneit, vielleicht föhnt oder neblig ist. Tage an denen es auch nicht wirklich ums Reden geht, sondern mehr ums nachdenken, über sich und Andere.

An solchen Tagen bin ich meist radfahren oder fotografieren.

Diese schlichte Monotonie dieser Tätigkeiten ist doch so vielfälltig, dass man sie einfach genießen sollte.
Seis die perfekte Szene zu suchen, das Warten auf DAS (!sic) Licht, das Erkunden heuer Orte auf der Suche oder das Treten, das Erleben, All das macht für mich ein solcher Tag aus.

Vielleicht kann mir der Ein oder Andere folgen und wird vielleicht sogar demnächst einmal tief einatmen.